Zwei doppelde Larssinets, bidde!

Kindercomics, funny strips oder Milieustudie? Drei komplett verschiedene Comicgattungen. Der Franzose Manu Larcenet beherrscht sie alle. Seien es die kindlichen Kosmonauten der Zukunft, Monster in Donjon oder sein vierbändiges Magnus Opus Der alltägliche Kampf.

Mit seinen neuesten Comics Blast und Die Rückkehr aufs Land strapaziert Larcenet diesen Spagat – und sieht dennoch gut dabei aus.

Liest man frankobelgische Comics nur in Übersetzung hängt der Eindruck eines Künstlers allein von den Veröffentlichungen seines deutschen Verlags ab. So tritt Manu Larcenet zunächst nur als Zeichner in Erscheinung: Er bebildert die Geschichten von Lewis Trondheim (Kosmonauten der Zukunft) und Joan Sfar (Donjon) auf grotesk aber stets niedliche Weise.

Und dann trifft einen ganz unvermittelt sein vierbändiger Comic Der alltägliche Kampf. Noch immer haben seine Protagonisten Knollnasen und sehen eher untersetzt aus, doch dieses Mal sind wirklich Manus eigene Figuren – semi-autobiografisch. Der Comic pendelt – stets exakt austariert – zwischen Tragödie und Komödie, zwischen schallendem Lachen und nachdenklichen Passagen und fängt so die Poesie des Alltags ein. Dieses perfekte Zusammenspiel aus Trauer, Wut , Lachen und Weinen hat Larcenet nun auf zwei Comics verteilt: Auf Blast und auf Die Rückkehr aufs Land. Mehr lesen

Rezension: Der Mann, der seinen Bart wachsen liess

Rezension: Der Mann, der seinen Bart wachsen liess

Es wächst und wächst, das Œuvre von Olivier Schrauwen. Für ZEIT Online habe mir den neusten Band des Belgiers einmal genauer angeschaut:

„Der Belgier Olivier Schrauwen hat sein aktuelles Buch bewusst gegen den Trend gebürstet. Er erzeugt einen Kontrast zu den zeitgenössischen Graphic Novels, die sich nur allzu gern an die Augen der Leser anschmiegen. Minutiös austariert erzählt die eine aus dem Leben eines Architekten, stilvoll umschwungen entführt die andere in den fernen Orient. Die ansprechenden Darstellungen laden zur Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Sujets ein. Mit seiner zweiten deutschen Publikation versucht Schrauwen erst gar nicht zu gefallen.“

Die komplette Rezension liest sich hier.

Rezension: Für das Imperium 1: Ehre

Das Schreiben von Rezensionen sollte Spaß machen. Wenn es das nicht tut, dann macht man etwas falsch. Ich meine damit nicht das böshafte Grinsen nachdem man einen fiesen Verriss fertiggetippt hat, sondern das gute Gefühl, wenn man eine schöne Arbeit in Worte gepackt hat, die dem Original nacheifern, versuchen seine Magie einzufangen und dann an den interessierten Leser weiterzugeben. Hoffentlich ist mir das mit meiner Besprechung von Für das Imperium gelungen:
Was die Analyse antiker Vasen mit dem historischen Comic Für das Imperium zu tun hat. Eine Untersuchung der Oberflächenstruktur von DANIEL WÜLLNER.“

Die komplette Rezension findet sich beim Titel-Magazin.

Rezension: "Black Hole"

Unter dem Titel „Jugend, seziert“ ist meine Rezension zu Charles Burns‘ Black Hole erschienen:

In Amerika ist Charles Burns ein gefragter Illustrator und bekannter Comic-Künstler. Seine Veröffentlichungen in Art Spiegelmanns Comicmagazin RAW und sein Plattencover für Iggy Pop weckten das Interesse an seinen glatten, schwarz-weißen Zeichnungen und für die albtraumhaften Visionen, die sich dahinter verbergen. In seinen Comics verbindet Burns die Nostalgie für die Horror-Comics der 1950er Jahre mit seinem Interesse an mexikanischen Wrestlern und eingelegten Föten. Mit seinem Zeichenzeug seziert er unsere Gesellschaft. Zum Vorschein kommt Verdrängtes. Endlich ist nun auch sein Magnus Opus Black Hole in deutscher Fassung erschienen.

Die komplette Rezension findet sich bei ZEIT Online.