Rezension: Alpha Directions

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Was macht eigentlich einen Comic aus? Von Scott McCloud haben wir in Comics richtig lesen gelernt, dass ein Comic eine Abfolge von Panels ist. Interessanterweise benutzt der Amerikaner stets narrative Beispiele. So kann man anhand der Handlung sehen, wie erzählt wird und wo Bilder ausgelassen werden. Was aber, wenn nicht erzählt wird, wenn es keine Handlung und keinen Helden gibt? Sprechen wir dann immer noch von einem Comic? Jens Harder beweist mit seinem monumentalen Alpha Directions (Carlsen), dass ein Comic sehr wohl ohne Handlung funktioniert:

“Um Fragen der Abblidung von Wirklichkeit zu erläutern, verwendet Scott McCloud in Comics richtig lesen René Margrittes bekanntes Gemälde La trahison des images (Der Verat der Bilder). Zu sehen ist dort eine Pfeife, die durch folgende Inschrift komplettiert wird: “Ceci n´est pas une pipe” (“Dies ist keine Pfeife”). McCloud erklärt, dass es sich in seinem Buch weder um eine Pfeife noch um das Gemälde selbst handelt, sondern um eine (zehnfach) gedruckte Reproduktion dieses Gemäldes. Betrachtet man im gleichen Atemzug Jens Harders Alpha Directions, so erweckt der mammuthafte Foliant den Eindruck ein Comic zu sein, doch bei genauerem Hinschauen wird deutlich: Dies ist kein Comic.”

Die komplette Rezension findet man unter www.titel-magazin.de.

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