„Lasst uns anders über die Kopie reden!“

„Lasst uns anders über die Kopie reden!“

Gemeinsam mit dem Titel-Kollegen Christian Neubert habe ich mich mit Dirk von Gehlen (Chefredakteur von jetzt.de) unterhalten. Nachdem letztes Jahr seine Streitschrift Mashup Lob der Kopie im Suhrkamp Verlag erschienen ist, wollten wir wissen, für wen er das Buch eigentlich geschrieben hat, was den Messidonna-Effekt ausmacht und was eine gute von einer schlechten Kopie unterscheidet.

Hier ein kleiner Auszug aus dem Interview:

Daniel Wüllner: Besteht heutzutage eine falsche Vorstellung des Begriffs »Kopie«? Wird er deiner Meinung nach falsch verwendet?

Dirk von Gehlen: Inhaltlich wird der Begriff korrekt verwendet. Was man als Kopie bezeichnet ist auch eine Kopie. Bei der Arbeit an meinem Buch habe ich aber festgestellt, dass die Konnotation des Begriffs nicht vollständig dem entspricht, was sie in ihrem ganzen Umfang ist. Meine These, die ich in Mashup beleuchten will, ist folgende: Die Kopie, die Imitation, die Nachahmung – das alles ist jeweils ein Grundprinzip unserer Kultur und ihrer Vermittlung.

Das komplette Interview kann man beim Titel-Magazin lesen.

Veröffentlichung: The Rise and Reason of Comics and Graphic Literature

Ein Buch in der Hand zu halten, an dem man mitgewirkt hat, ist immer ein schönes Gefühl. Mit The Rise and Reason of Comics and Graphic Literature erscheint ein Sammelband, der randvoll mit Aufsätze über Comics ist – von ihrer Form bis zur Terminologie.

Der Titel meines Beitrages lautet:

„Suspended in Mid-Month: Serialized Storytelling in Comics“

Ich würde mich natürlich freuen, wenn ihr das Buch kauft oder euer Bibliothek weiterempfehlt.

Jubel-lä-um

Es ist Zeit zum Feiern, denn Comicgate wird 10 Jahre alt!

Um dieses Ereignis gebührend zu begiessen, wird schön in Erlangen gefeiert. Fast alle Zutaten für diese Zelebration finden sich ja vor Ort (gute Freunde und Alkohol). Den Rest nehmen wir selber mit. Und dazu gehören dies Jahr gleich zwei Publikationen.

Zum ersten wäre da unser fünftes Printmagazin:

Der Inhalt:

  • Auf zu neuen Ufern – Deutsche Zeichner im Ausland (Andreas Völlinger)
  • Scott Pilgrim (Thomas Kögel)
  • Nicolas Mahler im Porträt (Benjamin Vogt)
  • Ralf Keiser (Carlsen) im Interview (Frauke Pfeiffer)
  • Hintergründe im Comic (Daniel Wüllner)
  • Erich Ohsers Karikaturen im Vorwärts (Christopher Bünte
  • Superman, was nun? Eine kleine Geschichte der Superhelden und wozu sie eigentlich gut sind (Marc-Oliver Frisch)
  • Fragebögen an Comischaffende (u. a. Dave Sim, Kurt Busiek, Bodo Birk, Lars von Törne)
  • Comicempfehlungen – Comics für die Insel

und 35 Comicseiten, exklusiv für das Printmagazin gezeichnet

Auf das zweite Schmakerl freuen wir uns ganz besonders:

Bastian „Lapinot“ Baiers Cartoonband Schwarz, weiß, tot

Getränkt in schwarzem Humor, verziert mit weiß und rot.

Wenn ihre keine Zeit haben solltet mit uns in Erlangen zu feiern und noch eine paar Geschenke abzugrasen, können beide Bände natürlich auch online bestellt werden.

Neue Debattenansätze in der Sekundärliteratur

Am Montag den 03. Mai ist die aktuelle Ausgabe der Comixene (Nr. 107) erschienen. Mit dabei ist ein zweiseitiger Artikel im Rezensor von mir, der mit „Comics und Literatur: Neue Debattenansätze in der Sekundärliteratur“ überschrieben ist. Es geht also nicht um meine persönliche Einschätzung dieser unheiligen Allianz, sondern mehr um den Blick auf die Arbeit von anderen Wissenschaftlern, die sich mit den beiden Kunstformen auseinandergesetzt haben:

„‚Willst du, Literatur, diese Kunstform, Comic, zu deinem angetrauten Weibe nehmen?‘ Eine berechtigte Frage, der sich unlängst diverse Autoren angenommen haben, um Schnittmengen, Unterschiede und Eigenheiten herauszuarbeiten.“

Es werden besprochen: Die Sonderausgabe der Text+Kritik, die Jubiläumsausgabe der Reddition, die Comicradioshow Comic-Kabinett und Knigge Beitrag über Comics im neuen Kindlers Literaturlexikon.

Die Comixene ist in jedem gut sortieren Comicladen und an Bahnhofskiosken erhältlich.