Neue Debattenansätze in der Sekundärliteratur

Am Montag den 03. Mai ist die aktuelle Ausgabe der Comixene (Nr. 107) erschienen. Mit dabei ist ein zweiseitiger Artikel im Rezensor von mir, der mit “Comics und Literatur: Neue Debattenansätze in der Sekundärliteratur” überschrieben ist. Es geht also nicht um meine persönliche Einschätzung dieser unheiligen Allianz, sondern mehr um den Blick auf die Arbeit von anderen Wissenschaftlern, die sich mit den beiden Kunstformen auseinandergesetzt haben:

“‘Willst du, Literatur, diese Kunstform, Comic, zu deinem angetrauten Weibe nehmen?’ Eine berechtigte Frage, der sich unlängst diverse Autoren angenommen haben, um Schnittmengen, Unterschiede und Eigenheiten herauszuarbeiten.”

Es werden besprochen: Die Sonderausgabe der Text+Kritik, die Jubiläumsausgabe der Reddition, die Comicradioshow Comic-Kabinett und Knigge Beitrag über Comics im neuen Kindlers Literaturlexikon.

Die Comixene ist in jedem gut sortieren Comicladen und an Bahnhofskiosken erhältlich.

Studies in Comics Vol.1 Issue 1

Die erste Ausgabe des britischen Comicjournals Studies in Comics ist heute erschienen. Um sich der Leserschaft vorzustellen, findet die Premiere des Journals, das sich der Comicwissenschaft verschrieben hat, kostenlos zugänglich im Netz staat.

In dieser ersten Ausgabe habe auch ich eine kleine Rezension zu yellow: Schriften zur Comicforschung aus dem Christian A. Bachmann Verlag geschrieben. Nebenbei habe ich versucht meine Perspektive auf die deutsche Comicforschung zu ergänzen.

Vielen Dank noch mal an Paul Gravett, der es mir ermöglicht hat neben Wissenschaftlern wie John A. Lent, Pascal Lefevre und Bart Beaty zu stehen.

The not so "online" Comics Journal

Update updated: Es wird immer skurriler. Menschen entschuldigen sich bei anderen Menschen, Ankündigungen werden zurückgenommen, nur um Minuten später wieder herumgedreht zu werden.

Obwohl zunächst alles kostenlos sein sollte, waren die Besitzer der Comicläden doch etwas verwundert. Man hatte sie viel zu spät darüber informiert, dass Ausgabe 300 nicht nur die letzte in dieser Form sein sollte, und schon gar nicht, dass diese auch noch umsonst online verfügbar gemacht wird. Der neue Entschluss ist auch nicht wirklich konsequent, da die Ausgabe jetzt Ende Dezember online verfügbar sein soll und zwar für alle Leser. Auch alle zukünftigen Ausgaben wird es umsonst geben.

Update:
Wie sich soeben herausgestellt hat, ist der kostenlose Zugang zum Journal jetzt doch nur für Subscriber der neuen Buchvariante des TCJ bestimmt. Da war Gary Groth wohl doch etwas zu voreilig.

Wie bereits vor einigen Wochen bekannt gegeben, hat man sich bei Fantagraphics dazu entschieden, dass ihr monatliches Comicmagazin The Comics Journal so nicht weiterlaufen kann.

Während man bereits seit fast einem Jahr versucht hat mit neuem Format die Buchhandlungen in einer Flucht nach vorne zu stürmen, mussten sich die Comicjournalisten rund um Gary Groth wohl jetzt endgültig eingestehen, dass auch Comic-Redakteure der Krise nicht entgehen können.

Das vormals monatliche “Heft” soll in der Zukunft nur noch zweimal im Jahr und dann auch nur in Buchform herausgebracht werden. Dafür soll das Onlineangebot www.tjc.com aufgestockt werden. Obwohl der Anspruch angeführt wird, so neue Leser zu erreichen, geht es doch sicherlich mehr um Einsparungsversuche. Um die Leser zu versöhnen, hat man sich dazu entschieden, die letzte reguläre Magazineausgabe, die Jubiläumsausgabe No. 300 komplett online zu veröffentlichen. Auch alle zukünftige Ausgaben sollen online zu lesen sein. Die Zukunft wird zeigen, inwieweit diese Entscheidung richtig ist und welche Folgen sie haben wird.

Obwohl man Groths Team nicht immer zustimmen musste, so hat The Comics Journal doch immer klare Position bezogen und gute Informationen in Sachen Comics geboten.
Ich werde es vermisse.

Rest in peace The Comics Journal,

Long live The Comics Journal!

… for paying costumers only!

Call for Papers: Studies in Comics

Und wieder kann die Welt der Comic-Wissenschaft einen Neuankömmling begrüßen: Mit dem englischsprachigen Journal Studies in Comics laden die Herausgeber Julia Round (University of Bournemouth) und Chris Murray (University of Dundee) zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Medium ein. Dabei soll es vor allem um die theoretische Beschäftigung mit Comics gehen, bei denen die Fachrichtung zunächst keine Rolle spielen soll.

Genauere Informationen finden sich unter dem entsprechenden Link. Die angestrebte Deadline für die erste Ausgabe ist der 01. September 2009.