Warum dauert das eigentlich so lange?

Warum dauert das eigentlich so lange?

Warum dauert das eigentlich so lange, bis es wieder was zu lesen gibt? Stimmt, es ist sehr still geworden auf meinem Blog, da mich meine social media-Arbeit voll im Griff hat. Der Block auf dem Blog soll jetzt aber eine Ende haben. Um die Zäsur nicht einfach unkommentiert stehen zu lassen, will ich noch kurz erklären, was ich in den letzten Monaten so geschrieben habe, denn ganz so untätig war ich ja auch nicht.

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The not so "online" Comics Journal

Update updated: Es wird immer skurriler. Menschen entschuldigen sich bei anderen Menschen, Ankündigungen werden zurückgenommen, nur um Minuten später wieder herumgedreht zu werden.

Obwohl zunächst alles kostenlos sein sollte, waren die Besitzer der Comicläden doch etwas verwundert. Man hatte sie viel zu spät darüber informiert, dass Ausgabe 300 nicht nur die letzte in dieser Form sein sollte, und schon gar nicht, dass diese auch noch umsonst online verfügbar gemacht wird. Der neue Entschluss ist auch nicht wirklich konsequent, da die Ausgabe jetzt Ende Dezember online verfügbar sein soll und zwar für alle Leser. Auch alle zukünftigen Ausgaben wird es umsonst geben.

Update:
Wie sich soeben herausgestellt hat, ist der kostenlose Zugang zum Journal jetzt doch nur für Subscriber der neuen Buchvariante des TCJ bestimmt. Da war Gary Groth wohl doch etwas zu voreilig.

Wie bereits vor einigen Wochen bekannt gegeben, hat man sich bei Fantagraphics dazu entschieden, dass ihr monatliches Comicmagazin The Comics Journal so nicht weiterlaufen kann.

Während man bereits seit fast einem Jahr versucht hat mit neuem Format die Buchhandlungen in einer Flucht nach vorne zu stürmen, mussten sich die Comicjournalisten rund um Gary Groth wohl jetzt endgültig eingestehen, dass auch Comic-Redakteure der Krise nicht entgehen können.

Das vormals monatliche „Heft“ soll in der Zukunft nur noch zweimal im Jahr und dann auch nur in Buchform herausgebracht werden. Dafür soll das Onlineangebot www.tjc.com aufgestockt werden. Obwohl der Anspruch angeführt wird, so neue Leser zu erreichen, geht es doch sicherlich mehr um Einsparungsversuche. Um die Leser zu versöhnen, hat man sich dazu entschieden, die letzte reguläre Magazineausgabe, die Jubiläumsausgabe No. 300 komplett online zu veröffentlichen. Auch alle zukünftige Ausgaben sollen online zu lesen sein. Die Zukunft wird zeigen, inwieweit diese Entscheidung richtig ist und welche Folgen sie haben wird.

Obwohl man Groths Team nicht immer zustimmen musste, so hat The Comics Journal doch immer klare Position bezogen und gute Informationen in Sachen Comics geboten.
Ich werde es vermisse.

Rest in peace The Comics Journal,

Long live The Comics Journal!

… for paying costumers only!

Right Wing extremist-propaganda Comics in Germany

Although propaganda and popular culture do not have much in common at first glance, the further often made use of the latter in order to transport its mostly negative connotated messages. Video games, movies, television series, and comics are designed to please their audiences‘ desires and to be consumed easily. Examples for this unholy alliance be be seen in American animation films such as In the Fuehrer’s Face by Walt Disney or the Vica comics used for German propaganda against the Allied Forces. While each of these publications can nowadays be researched from an interesting historical point of view, such a combination of popular culture and propaganda can be really frightening when turning up right in front your nose.

Such is the case with a German comic, entitled Enten gegen Hühner: Der große Kampf (translated „Ducks vs. Chicken: The great Battle“), which has be published in Germany by the Young Nationalists (the young version of right wing extremist party NPD) recently. Shortly before the upcoming regional and national elections in Germany, the party gives out this free comics at German schools and in pedestrian precincts in order win over young people for their hatred against foreigners. Whereas they normally used to give out music-CDs to propagate their visions of a nationalist Germany, this is the first attempt to influence young readers with comics on a larger scale. Due to various German newspaper such as the Sueddeutsche reporting in the last days about the comic, Germans are aware of this publication and are working against it.

A short remark: German politicans are constantly struggling to push these factions out of politics on a legal basis.

In order to know what these people are up to, you can download the comic for free here as a pdf.

Party members are advised to order a supply of comics to further give out these comics to friends. According to its advertisement it should include manga-style drawings, fine rhymes, and a „100% politically incorrect“ storyline. What the reader gets instead are poorly drawn static single images and bad rhymes („Faschist“ does not really rhyme with „versiehst“ because the pronunciation of „ie“ is quite different to that of a simple „i“ in German). Even a pupil at an elementary school would shivering having to read these gruesome texts. Nothing more has to be said about the graphics and the texts, yet if it comes to the plot, which is easily told, it becomes really disgusting.

Germans take over the role of the ducks, which live in on their paradise pond until outsiders, the chicken, plead for asylum. Shortly after having found a new home the chicken change the rules in the country of the duck and turn them into gay, drug-abhorring birds. They even forbid swimming in the pond. With the use of simple-minded examples and dumb accusations the comic turns the chicken not only into the scapegoat for everything, but it insinuates that they are doing it on purpose. The stereotypes are simple and dumb as the graphics of the story are weak and clumsily drawn. In the end the ducks flee their country, building a new home with the vow never to let any foreigners in again. The comic fades out with a morale: „Don’t not follow foreign feathers!“

The faction’s leader Michael Schäfer explains that he has a special interest in comics; he adds further that the 75. anniversary of Donald Duck was a welcoming opportunity to choose this special archetype in an anthropomorphic comic. It sounds rather awkward for a German nationalist to use an American creation for his blind attacks against foreigners in Germany, but this seems to be the way nationalist are playing their game. Or maybe, they are just plain dumb.

After reading this short article, please be sure, that German comicscholar in now way agree with this extremist publication. Furthermore I see it as our duty to expose it for what it is: An ugly and cruel attempt to seduce the innocent into believing lies and deceit. There have been several interesting articles about right wing extremist comics in Germany. If you speak German be sure to check out Ralf Palandt’s article in the Comic Jahrbuch 2009.

Das (un)literarische Comic-Kabinett

Nachdem ich bereits vor einiger Zeit über den ersten akademischen Comic-Podcast berichtet haben, soll nun auch dem deutschen Zuhörer ein ähnliches Klangerlebnis zuteil werden. Unter dem Titel Comic-Kabinett fand am 5. Juni von 15.00-17.00 Uhr eine Radiosendung mit dem Thema „Comic und Literatur“ statt. Für alle die mit dem Freien Radio Hamburg (FSK) nicht so vertraut sind, gibt es die Sendung in drei Files auf dem dazugehörigen Blog auch als Podcast. Das Personal der Sendung setzt sich zusammen aus Ole Frahm (Arbeitsstelle für Graphische Literaur), Martin tom Dieck (Salut, Deleuze!), Jan Frederick Bandel (Im Museum, Kultur und Gespenster), Marlene Krause (Two Fast Colour) und schließlich Sascha Hommer (Insekt, Orang-Herausgeber) – als Redakteur der Sendung. Mit dem Thema der Sendung spielen die Gesprächsparnter nicht nur auf die gerade eben erschienen Publikationen Reddition und die Sonderausgabe der Text+Kritik im Speziellen an, sondern auch auf den Wert von Comics im Allgemeinen.

Der erste Teile fängt schon sehr vielversprechend an. Endlich bekommt man bei dem verzweifelten Kampf gegen die Übermacht mit der die Graphic Novel angepriesen wird professionelle Unterstützung. Mit den beiden Literaturwissenschaflter Frahm und Bandel im River-Boat nimmt die Runde in Windeseile an Fahrt auf und nimmt zielstrebig das Marketing-Werkzeug der Graphic Novel auseinander. Andächtig lauschend beginnt man sich zu fragen, ob überhaupt jemand den Comic gefragt hat, wie er zu seiner Aufwertung als Literatur steht. Dabei wird die Bewertung von Art Spieglemans Maus hinterfragt, die Rolle des Feuilleton, die Produktionsbedingungen eines populären Mediums und die Reflektion der Comic-Künstler.

Auch der zweite Teil des Hörstücks startet sehr anhörlich: Doch nach drei sehr witzigen Vorlesungen aus pornografischen Ausflüge in die Popliteratur mit Batman, Superman und Robin (aus Elfriede Jelinek, Fitzgerals Kusz und Friedemann Hahn), driftet man wieder etwas ab und adaptiert nur das, was bereits in der Reddition in Print präsentiert wurde: Mit Isabel Kreitz hat man zwar eine interessante Gesprächspartnerin zum Thema eingeladen, doch sieht das Interview in der Reddition dank der Illustrationen nicht nur besser aus, es liest sich auch besser. Vielleicht hatte Frau Kreitz auch keine Lust mehr über ihre Buddenbroks-Adaption zu reden. Schade, schade …

Im dritten Teil des Podcast/der Radiosendung geht es dann auch an die Besprechung von Comics. Nach den ausführlichen Vorreden über ein angemessenes Vokabular in Sachen Comics und das Verhältnis zur Literatur fallen gleich die ersten beiden Besprechung zu den Comics von Blutch, Blotch und Der kleine Christian, wirklich mau aus: Es wird aber eben nicht – wie zu Beginn in anderen Publikationen bemängelt – über die Form diskutiert, sondern über den Inhalt und dessen Implikationen. Doch auch die Zeichnungen als solche werden verhandelt: „Der Strich sei virtuos“, „sehr frisch“, „irgendwie retromäßig“ mit einer „sehr direkten Geste“. Die Diskutanten verweisen fast schon manieristisch auf das fehlende Vokabular für die Beschreibung von Comics hin. Außerdem wirkt die Bewertung von Blutchs Cover zu aktuellen Ausgabe der Strapazin etwas simpel.

Alle folgenden Vorstellungen entgehen leider aus Zeitgründen einer kritischen Betrachtung. Oder kann es auch daran liegen, dass alle bepsrochenen Publikationen (Strapazin, Orang, Spring, TwoFastColour) in der einen oder anderen Weise von den Machern dieser Sendung mitproduziert wurde. Das hört sich alles nicht nach der kritischen Auseinandersetzung an, die beabsichtigt war.

Dennoch kann man abschließend sagen, dass das Comic-Kabinett im wahrsten Sinne des Wortes eine Unterhaltung auf hohem Niveau ist. Vor allem durch die wissenschaftlich informierten Beiträge von Frahm, Bandel und auch Dieck. Mal sehen was die Herren und Damen am 2. August über die Fotografie und das gezeichneten Bild zu erzählen haben.